Java entdecken – Goa Jomblang und Goa Grubug

Alles was du über Goa Jomblang und Goa Grubug wissen musst

The "Heavenly Lights" inside Goa Grubug and Goa Jomblang, Yogyakarta, Java, Indonesia

Der Besuch in Goa Jomblang und Goa Grubug ist ein Abenteuer der besonderen Art.

Wenn du in Yogyakarta und Umgebung bist und Lust auf ein besonderes Abenteuer abseits der üblichen, ausgetretenen Touristenpfade hast, dann lies unbedingt weiter! Für dieses besondere Erlebnis solltest du möglichst schwindelfrei sei und keine Angst vor Schlamm und Dreck haben. Wenn du mutig genug bist, dich 60 m abseilen zu lassen, erwartet dich ein einzigartiges Naturspektakel mitten im Dschungel von Java: Goa Jomblang und Goa Grubug.

Der Besuch von Goa Jomblang und Goa Grubug eignet sich gut als Tagestour von Yogyakarta aus, kann aber auch super mit einer anderen Aktivität später am Nachmittag kombiniert werden, etwa einem Besuch bei den Pindul-Höhlen, so wie ich das gemacht habe, oder einer Jeep-Tour am Vulkan Merapi - welche ich auch gemacht habe, einfach an einem anderen Tag.

Was ist Goa Jomblang und Goa Grubug?

“Goa” ist das indonesische Wort für “Höhle”. Goa Jomblang und Goa Grubug gehören zu einem gigantischen Höhlenysystem, welches sich unter dem Berg Kidul erstreckt und sich etwa 1.5 Stunden Fahrzeit von Yogyakarta entfernt Mitten im javanischen Dschungel befindet. Vor rund 15-20 Millionen kollabierte der Kalkstein und formte ein 60 m tiefe und 50 m breite Doline: Goa Jomblang. In dem riesigen Loch entstand eine einzigartige Vegetation, anders als die im Dschungel rundherum, eine Art Mini-”Jurassic Park”. Die angrenzende Höhle - Goa Grubug - wurde durch einen unterirdischen Fluss geformt. Durch Löcher in der Decke erleuchten Sonnenstrahlen das Innere der Höhle, die “Lights of Heaven” (Himmelslichter), perfekt um tolle Fotos zu machen.

Visitors get lowered by local men and a pulley into Goa Jomblang

Wer Goa Jomblang und Goa Grubug besuchen möchte, muss etwas abenteuerlustig sein: Über eine Seilwinde wird man 60 m in die Höhle abgeseilt und schliesslich wieder hochgezogen, ganz ohne Maschinen, sondern durch die Muskelkraft der Dorfbewohner.

Wie läuft der Höhlenbesuch ab?

Goa Jomblang is a 60 m deep sinkhole in the middle of the jungle in Java, Indonesia

Goa Jomblang ist ein 60 m tiefes Karstloch mitten im Dschungel.

Goa Jomblang ist eine 60 m und ca. 50 m breite Sinkhöhle (Doline) in der Mitte des javanischen Dschungel. Es gibt weder einen Pfad noch eine Treppe oder Leiter in die Höhle hinunter. Wer die Höhle besuchen möchte, muss sich die 60 m abseilen lassen. Gleich bei der Ankunft wird man beim Besucherzentrum registriert und mit Gummistiefeln, Helm und Klettergurt ausgestattet. Mit einer Nummer wird man einer Gruppe zugeteilt. Bei der Höhle werden die Gruppen nach Nummern aufgerufen und der Reihe nach abgeseilt. Da es nur eine Besichtigung pro Tag gibt, welche um ca. 9 Uhr morgens startet, sollte man früh genug da sein. Wer zu spät kommt und die Tour verpasst, muss an einem anderen Tag wieder kommen.

In Paaren werden die Besucher von den Männern der umliegenden Dörfern über eine Seilwinde in die Höhle abgeseilt. Es braucht etwas Mut, den Schritt über die Klippe zu machen und in den Klettergurt zu sitzen. Die Guides kontrollieren aber den Sitz des Klettersgurtes mehrere Male und auch steigen ein paar Guides zuerst in die Höhle ab, um den Ankömmlingen eine sanfte Landung zu ermöglichen und helfen, den Klettergurt auszuziehen. Nur die Höhe kann anfangs etwas Angst machen: 60 m sind ganz schön hoch! Bald jedoch überwiegt der Spass am Abenteuer und das schöne Gefühl langsam in das grüne Dickicht der Höhle hinabzuschweben.

Die Vegetation in der Jomblang Höhle ist anders als im Dschungel oben: Man hat das Gefühl, eine neue Welt zu entdecken: Man fühlt sich wie im “Jurassic Park”, einfach ohne Dinosaurier. In der Höhle gibt es ein paar Pfade, auf denen man etwas herumwandern kann, gerade wenn man zu den ersten Gruppen gehört. Ich war in einer der ersten Gruppe, die in die Höhle abgeseilt wurden, weshalb ich genug Zeit hatte, Goa Jomblang zu entdecken und Fotos zu machen. Es ist wunderbar still in der Höhle und es hat viele faszinierende Pflanzen. Ein Blick nach oben lohnt sich! Es macht auch Spass, die anderen Besucher beim Abseilen zu beobachten.

Wenn all unten sind, führen die Guides die Besucher in die Höhle neben Goa Jomblang: Goa Grubug. Der Abstieg zum Eingang ist steil, schlammig und rutschig. Halbwegs fitte Menschen können ihn aber gut bewältigen. Es gibt Seile, an denen man sich beim Abstieg (und später beim Aufstieg) festhalten kann. Der 300 m lange Weg zum Wasserfall und zu den “Lights of Heaven”, den “Himmelslichtern” ist in kompletter Dunkelheit. Jetzt kommt eine Stirnlampe wie gelegen! Es gibt Steine im Schlamm, auf denen man den Weg bequem zurücklegen kann und dank Stirnlampe sieht man diese besser. Natürlich haben die Guides aber starke Lampen dabei. Man sollte auch unbedingt bequeme Kleidung tragen, bei der es egal ist, wenn sie schmutzig wird. Es ist so nass, schlammig und rutschig in der Höhle, dass man ziemlich sicher dreckig wird, besonders, wenn man ausrutscht. Auch ist es etwas kühler in der Grubug Höhle als in der Jomblang Höhle, die von der Sonne erwärmt wird. Deshalb ist es ratsam, eine Jacke mitzunehmen oder sogar eine Regenpelerine, weil immer wieder Wasser von der Decke tropft. Nach dem Besuch kann man sich aber waschen und vom Schlamm befreien.

Pulley at Goa Jomblang

Es braucht etwas Mut, den Schritt über den Abgrund zu wagen und im Klettergerüst hängenden sich abseilen zu lassen.

Am Ende der Höhle wird man mit den spektakulären “Himmelslichtern” und einem rauschenden unterirdischen Wasserfall belohnt. Durch Löcher in der Decke scheint die Sonne in die Höhle und zeichnet ein wunderschönes Lichtspektakel, welches durch die aufgewirbelten Wassertröpfchen vom Wasserfall noch verstärkt wird. Es gibt verschiedene solche Löcher, wo die Guides Fotos von den Besuchern machen, inklusive Anweisungen für gute Posen. Man kann ihnen einfach das Telefon oder die Kamer geben und sie schiessen tolle Bilder. Dazwischen hat man genug Zeit, die Höhle auf eigene Faust zu entdecken.

Schliesslich tritt man den Rückweg zur Goa Jomblang an und wird die 60 m wieder hochgezogen. Bei Besucherzentrum kann man sich waschen und trockene Kleider anziehen (wenn man denn welche dabei hat) und geniesst das im Preis inkludierte Mittagessen. Es gab Nudeln, Reis und Hühnchen mit Gemüse, serviert im Bananenblatt.

Wie gelangt man zu den Höhlen?

Um ca. 11 Uhr scheint die Sonne in die Höhle. .

Auf eigene Faust

Mit dem gemieteten Motorrad oder Auto kann man selbständig zu den Höhlen fahren.  Den Anfahrtsweg gibt’s auf Google Maps. Das letzte Stück der Strasse ist aber etwas holprig, da man in den Dschungel fahren muss. Nur etwas für geübte Motorradfahrer!

Privattransfer

Ich engagierte einen Fahrer, der mich am Morgen im Hotel abholte und mich am Abend wieder zurück brachte. Eigentlich hatte ich ihn nur für den Besuch der Höhlen gebucht, aber er ermöglichte mir spontan einen Besuch in den Pindul Höhlen, welche man auf einem Schwimmring geniessen kann.

Tourpaket

Die Höhlen kann man auch super als Tourpaket zusammen mit einer anderen Aktivität buchen. So muss man sich um nichts kümmern.

Egal für welche Variante ihr euch entscheidet: Bucht unbedingt im Voraus! Die Platzzahl ist begrenzt. Da die Besichtigung um 9 Uhr morgens startet, sollte man unbedingt pünktlich da sein. Die Sonnenstrahlen, die in die Höhle scheinen, sind je nach Jahreszeit um ca. 10 oder 11 Uhr zu sehen. Ein späterer Einlass ist nicht möglich. Die Besichtigung endet mit einem Mittagessen um ca. 14 Uhr.

View out of Goa Grubug to Goa Jomblang

Der Eingang/Ausgang zur Goa Grubug ist riesig.

Kontakt

Hier geht es zur offiziellen Website der Jomblang Höhle. Man kann sie ganz einfach per WhatsApp kontaktieren (+62 818 629 901) oder ein E-Mail senden (jomblangbook@gmail.com).

Der Abstieg zum Eingang der Grubug Höhle ist steil und rutschig, aber wer einigermassen fit ist, sollte es schaffen.

Klettergurt, Gummistiefel und Helm werden gestellt und im Preis inbegriffen ist ein kleines Mittagessen: Es gab Nudeln, Reis, Hühnchen und Gemüse.

Wieviel kostet die Besichtigung der Höhlen?

Die Besichtigung von Goa Jomblang und Goa Grubug kostet 500 000 rp/Person. Das sind etwa 50 Schweizer Franken (oder 50 Euro bzw. 50 Dollar). Im Preis inbegriffen ist die Nutzung des Klettergurtes, der Gummistiefel und des Helmes sowie ein kleines Mittagessen und Trinkwasser nach dem Höhlen-Abenteuer. Die Gebühr ist bei Ankunft in bar zu begleichen.

Beste Besuchszeit

Ich besuchte Goa Jomblang und Goa Grubug im Juli. Die Höhle ist zwar das ganze Jahr über geöffnet, in der Regenzeit kann sie aber temporär unzugänglich sein und es ist generell schlammiger als in der Trockenzeit, welche von Juni bis September dauert. In der Regenzeit stehen die Chancen auch grösser, dass man die “Lights of Heaven” nicht sieht wegen zu vieler Wolken. Am Wochenende hat es mehr Besucher als unter der Woche, da viele Einheimische die Höhlen besuchen. Auch sind Wochenende schneller ausgebucht. 

Inside Jomblang Cave is an ancient rainforest

Die Jomblang Höhle ist dicht bewachsen.

Man fühlt sich wie in “Jurassic Park”

Was sollten man anziehen und mitbringen?

Hier findet ihr ein paar (optionale) Bekleidungstipps sowie ein paar Vorschläge was man sonst noch alles mitbringen sollte:

  • Bequeme, leichte Bekleidung, die dreckig werden darf: Im Dschungel ist es heiss und feucht und fürs Abseilen muss man einen Klettergurt anziehen. In der Grubug Höhle ist es etwas kühler, nass und schlammig. Wasser tropft von der Decke. Deshalb sollte man bequeme Kleidung tragen, die dreckig werden darf. Indonesien ist ein muslimisches Land und es gibt viele Touristen aus angrenzenden muslimischen Ländern, etwa Malaysia. Zwar gibt es in Indonesien keine Kleidervorschriften, aber aus Respekt vor den Einheimischen sollte man sich entsprechende kleiden, d.h. Schultern und Knie bedecken, auch die Männer.

  • Ersatzkleidung: Zwar kann man sich nach dem Besuch der Höhlen waschen, aber gerade wenn man noch eine weitere Aktivität anhängt, sollte man Ersatzkleidung mitnehmen.

  • Handtuch: Um sich nach dem Waschen abtrocknen zu können, kann man ein Handtuch mitbringen.

  • Socken: Ich zog mir aus hygienischen Gründen Socken in die Gummstiefel an. Auch kriegt man mit Socken weniger Blasen, als wenn man barfuss in die Stiefel steigt.

  • Kopftuch/Duschhaube: Beim Abseilen und beim ganzen Besuch in der Höhle trägt man einen Helm. Aus hygienischen Gründen wickelte ich mit einen Seidenschal um den Kopf.

  • Regenjacke/Pelerine: In den Tropen besteht immer die Möglichkeit, dass es regnet. Auch in der Höhle tropft es ständig von der Decke. Wer etwas wasserscheu ist, kann eine Regenjacke oder eine Pelerin anziehen.

  • Stirnlampe/Taschenlampe: In Goa Grubug ist es nachtschwarz. Die Guides haben Taschenlampen aber eine eigene Stirnlampe macht die Hände frei und gibt Unabhängigkeit.

  • Wasserdichte Tasche/Handyhülle: Eigentlich braucht man in der Höhle nicht viel, nur seine Kamera und vielleicht eine Flasche Wasser. Damit das Smartphone oder die Kamera keinen Schaden nimmt, lohnt es sich, eine wasserdichte Tasche/Hülle dabeizuhaben.

  • Bargeld: Der Eintrittspreis muss vor Ort in bar bezahlt werden. Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Beim Abseilen werden Fotos gemacht, die man schliesslich als Ausdruck käuflich erwerben kann. Mein Bild war etwas teuer, gekauft habe ich es trotzdem: Es ist eine schöne Erinnerung und man hilft den Dorfbewohnern, eine Einkommen zu generieren.

  • Snacks/Getränke: Vor dem Höhlenabenteuer gab es Tee und danach ein Mittagessen. Wer schnell hungrig und durstig wird, bringt eigene Getränke und Snacks mit.

Inside Jomblang Cave near Yogyakarta in Java, Indonesia

Nach dem Besuch der Höhlen ging es wieder die 60 m hinauf. Oben kann man sich waschen und es wartet ein leckeres Mittagessen..

Inside Jomblang cave, near Yogyakarta, Java, Indonesia
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Visiting Java – Goa Jomblang and Goa Grubug