Schweizer Rüstungsgiganten - RUAG

English version

Luftraumüberwachung

Radar Lufraumüberwachung Militär Luftfahr Flugzeug RUAG Rüstung Armee Schweiz

Eine der klassifizierten Radar-Stationen in den Schweizer Alpen.

Hört der Laie den Begriff «FLORAKO», denkt er eher an etwas Botanisches statt an Luftverteidigung. Das blumig anmutende Akronym für «Florida Radarersatz Radarluftlagesystem Kommunikationssystem», welches am 2. Februar 2004 bei der Schweizer Luftwaffe eingeführt wurde, bezeichnet ein ausgeklügeltes Radarsystem zur Luftraumüberwachung der Zivil- und Militärluftfahrt. Es dient dazu, fliegende Objekte wie zivile und militärische Flugzeuge, Helikopter oder Drohnen zu erkennen und die Einsätze der Luftwaffe zu führen. Das von den Radaren durch FLORAKO erzeugte Luftlagebild wird mit den Sensoren der Kampfflugzeuge und der bodengestützten Luftverteidigung ergänzt.

Bestehend aus Primärradare, die Objekte durch die Auswertung reflektierter elektromagnetischer Wellen ohne aktive Rückmeldung aufspüren, und Sekundärradare, die aktiv mit den Zielobjekten über Transponder zusammenarbeiten, sowie weiteren Subsystemen zur Simulation, liefert FLORAKO der Armee in Echtzeit ein präzises Lagebild des Luftraums. Die vier Radar-Standorte sind klassifiziert und deshalb nicht öffentlich zugänglich.

Technologiepartnerin der Schweizer Armee

FLORAKO Radar Luftraumüberwachung Armee Militär

RUAG unterstützt die Armee bei der Werterhaltung und Erneuerung der Senonsorsysteme des FLORAKO-Systems, um die Schweizer Luftraumüberwachung zu sichern.

Zuständig für den Unterhalt und die Wartung von FLORAKO ist die Technologiepartnerin der Schweizer Armee, die RUAG in Wangen bei Dübendorf. Mit über 15 Standorten im In- und Ausland ist der Rüstungskonzern im Eigentum des Bundes eines der bedeutendsten Technologieunternehmen und ein wichtiger Arbeitgeber in der Schweizer Industrie. Eine Gruppe von rund 30 Personen durfte an einem Freitag im Juni, organisiert durch die Swiss Shooting Range, exklusiv den Standort Dübendorf besuchen und einen spannenden Blick hinter die Kulissen der wichtigsten Technologiepartnerin der Schweizer Armee werfen.

Bei der Führung durch den Standort Dübendorf, erfuhren die Teilnehmenden, dass die RUAG für die Wartung und den Unterhalt einer der höchsten Radarstationen der Welt zuständig ist. Die auf rund 3100 m.Ü.M. in den Alpen gelegene Radarstation mit einer Abdeckung weit über die Schweizer Grenzen hinaus, besteht aus einem mehrstöckigen Bunker und verfügt über eine eigene Seilbahn. Die Station dient in erster Linie der Luftraumüberwachung in Friedenszeiten sowie luftpolizeilichen Zwecken.

Auch die Sparte SIGINT (Signals Intelligence, zu deutsch: Fernmelde- und elektronische Aufklärung) wird von der RUAG in Wangen bei Dübendorf betreut: Die Aufklärungssysteme umfassen sowohl COMINT (Communication Intelligence/Funkaufklärung) als auch ELINT (Electronic Intelligence) zur Analyse elektromagnetischer Emissionen. Zu nachrichtendienstlichen Zwecken werden diese Systeme der taktischen Aufklärung aber nur in Richtung Ausland eingesetzt.

Life-Cycle-Management

RUAG Schweizer Armee Militär Radar Luftraumüberwachung

Eine weitere wichtige Aufgabe der RUAG ist der Unterhalt von Bodenwetteranlagen, ein zentrales Überwachungs- und Informationssystem für meteorologische Daten, das speziell für den sicheren Betrieb auf den Flugplätzen der Schweizer Armee entwickelt wurde. Es dient den Flugverkehrsleitern und Einsatzkräften als unverzichtbare Entscheidungsgrundlage. Am Standort Dübendorf arbeitet RUAG mit Skyguide, der führenden Anbieterin von Flugsicherungsdiensten in der Schweiz zusammen. Während Skyguide für die Flugsicherung, auch in der Einsatzzentrale der Luftwaffe zuständig ist, sorgt RUAG auch hier für das Life-Cycle-Management und die technische Einsatzbereitschaft der Systeme.

RUAG Armee Militär Technologie Unterhalt Radar

Die Teilnehmenden der Führung der Swiss Shooting Range erhielten exklusive Einblicke in die einzelnen Sparten, durften die Systeme aus nächster Nähe betrachten und den Technikern Fragen stellen. Da die RUAG für das einwandfreie Funktionieren der Radare und weiteren Anlagen zuständig ist, werden diese präventiv auf Schäden und Störung überprüft. Innovative Simulationsumgebungen lassen ausführliche Tests der Radare und Systeme zu. Wer bei der RUAG arbeitet, muss nicht nur technisch begabt sein und zuverlässig Schreibtischarbeit erledigen können, sondern je nach Einsatzgebiet auch körperlich fit sein.

Gesucht werden für die Ausseneinsätze vor allem praxisorientierte Fachkräfte, die Zuverlässigkeit und höchste Sicherheitsstandards schätzen. Als Arbeitnehmer für die Unterhaltsarbeiten an den Radarsystemen geschätzt werden vor allem Elektroniker, Polymechaniker und Automatiker. Diese werden dann bei der RUAG noch ausgebildet und mit ATSEP-Zertifizierung und teilweise auch mit einem Zertifikat als Mastkletterer akkreditiert.

RUAG Schweizer Armee Militär FLORAKO Überwachung

Nach der Besichtigung des Werkes in Wangen bei Dübendorf, durften die Teilnehmenden der Führung zum Abschluss ein Radar aus nächster Nähe betrachten. Die Radaranlage auf dem Wangenerberg, einem beliebten Naherholungsgebiet, ist militärisches Sperrgebiet und normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Standort ging 1958 als Teil des legendären FLORIDA-Überwachungssystems, dem Vorgänger-System von FLORAKO, in Betrieb. Heute wird der Standort vor allem für den Unterhalt und für Schulungszwecke verwendet.

Zum Abschluss der Werksbesichtigung genossen die Teilnehmenden der Führung organisiert durch die Swiss Shooting Range einen Apéro auf dem Wangenerberg. Einen besonderen Dank geht an Daniel Brunner, der die Werkbesichtigung überhaupt möglich gemacht hat, für die perfekte Organisation der Besichtigung, sowie an alle Mitarbeitenden der RUAG, die grosszügig ihr Wissen geteilt haben und den die Besichtigung zu einem vollen Erfolg gemacht haben.

Mehr zur Schweizer Rüstungsindustrie

Weiter
Weiter

I accidentally made the creamiest, smoothest hummus - no tahini and no lemon juice required!