Sabah entdecken- Flusssafari auf dem Kinabatangan

Die Nacht war dunkel und es regnete. Trotz des schlechten Wetters fuhr das Boot hinaus auf den Kinabatangan. Es dauerte nicht lange, bis wir das erste Krokodil am Ufer entdeckten. Es war relativ klein, aber doch gross genug, dass man einen Biss nicht risikieren wollte. Auf tief über dem Wasser hängenden Äste schliefen Vögel, Schlangen schlichen sich an, in der Hoffnung auf einen Snack, Frösche quackten im Dschungel und überall hörte man das Knattern von Aussenbordmotoren…

Einige Stunden früher, am späten Nachmittag, hatten wir viele vom Aussterben bedrohte Tiere bei Tageslicht gesehen: Borneo-Zwergelefanten, Nasenaffen, Nashornvögel, Malaysias National-Vogel, und - der Star im Dschungel - ein Orangutan! Bei einer Wildtier-Safari auf dem Kinabatangan fühlt man sich wie in einem Naturdokumentarfilm!

Im Sommer 2025 reiste ich durch Sabah, Land unter dem Wind, Malaysias zweitgrösster Bundesstaat, der die Insel Borneo mit Sarawak, Brunei und dem indonesischen Kalimantan teilt. Meine Reise begann auf der Insel Mabul im Süden Sabahs, wo ich unter anderem auf Sipadan schnorchelte, und endete in Sukau, einem kleinen Dorf in der Mitte des bornesischen Dschungels, an den Ufern des Flusses Kinabatangan. Sukau ist DIE Destination für Wildtier-Safaris in Südostasien. Nachdem ich ein paar Nächte im Tanjung Bulat Jungle Camp bei Lamag verbrachte, lag die Latte hoch. Es konnte eigentlich nicht besser werden als die paar Tag an dem Altwassersee mitten im Urwald. Aber alles schön von Anfang an, denn es war abenteuerlich…

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Klicke auf das Bild und schau dir ein Youtube-Short über die Wildtier-Safaris in Sukau an.

Von Sandakan nach Sukau

Nachdem ich ein paar wundervolle Tage im Dschungel in der Nähe von Lamag an einem Altwassersee verbracht hatte, war ich kurz für einen Tag und eine Nacht in Sandakan, um meine verschwitzen und verschlammten Kleider zu waschen. In Sandakan kaufte ich auch ein paar Mitbringsel für die Daheimgebliebenen: Sabah Tea ist ein milder, aber schmackhafter Schwarztee, ein tolles Geschenk aus Sabah für Teeliebhaber. Der Mini-Van der Sukau Greenview Lodge holte mich und ein paar andere Gäste im Hotel Sandakan ab.  In einem Kreisverkehr etwas ausserhalb Sandakans schepperte es übelst und unser Fahrer machte eine Vollbremsung. Er meinte, die Bremsen hätten sich blockiert, aber ich bin fast sicher, dass er die Tafel einer Baustelle überfahren hatte, weil diese lag nach unserem Crash in der Mitte des Kreisels. Zum Glück verletzte sich aber niemand und auch der Geburtstagskuchen, den wir transportierten, hatte die Vollbremsung unbeschadet überstanden. Der Mini-Van macht aber keinen Wank mehr und so mussten wir auf ein Ersatzfahrzeug warten. Deshalb erreichten wir die Sukau Greenview Lodge mit Verspätung und brachten das ganze Programm durcheinandern.

Wer eine Wildtier-Safari in Borneo bucht (aber auch Schnorchel- oder Tauch-Trips) muss mit einem generalstabsmässig durchgetakteten Programm rechnen. Und man muss früh aufstehen. Sehr früh. Mahlzeiten sind oft eingequetscht zwischen Bootsfahrten, Dschungelwanderungen und kulturellen Veranstaltungen. Solche Ferien in Sabah sind alles andere als billig, aber man kriegt was fürs Geld geboten!

Die Veranstalter holen ihre Gäste überall ab. Normalerweise ist der Transfer im Preis des Paketes inbegriffen. Grab gibt es zwar in Sabah, eignet sich aber nur bedingt für die Distanzen, die man für typische Aktivitäten in Sabah, wie etwa Wildtiere beobachten, zurücklegt. Man fährt oft stundenlang durch endlose Plantagen mit Monokulturen bevor man sein Ziel erreicht, das kleine Bisschen naturbelassener Regenwald, das noch vorhanden ist und dem sich all die Tiere im Kampf ums Überleben reinquetschen.

Sukau Greenview Lodge

Sukau Greenview Lodge Sabah Borneo

Die Sicht vom Boot aus auf die Sukau Greenview Lodge. Im langen Gebäude ist die Reception und das Restaurant untergebracht, links sieht man den Bootssteg. Die Lodges befinden sich hinter dem langen Gebäude in Richtung Urwald.

Die Sukau Greenview Lodge ist eine der unzähligen Lodges in Sukau, die Wildtier-Safaris anbieten. Sukau ist ein kleines Dorf an den Ufern des Kinabatangans und beliebter Ausgangspunkt für Wildtier-Safaris. Man ist dort definitiv nicht alleine! Es war einbisschen ein Kulturschock für mich, nach der Exklusivität des Tanjung Bulat Jungle Camp, dafür hat man in Sukau sämtliche Annehmlichkeiten wie in einem normalen Hotel. Im Dschungel-Camp war unser Boot das einzige Boot weit und breit auf dem Altwassersee oder auf dem Teil des Kinabatangans. In Sukau hingegen gibt es viel Bootsverkehr. Nur schon von der Sukau Greenview Lodge fuhren mehrmals täglich zehn bis 15 Boote auf den Kinabatangan.

Wildtiersafari Sukau Borneo Kinabatangan Malaysia

Die Guides sind untereinander vernetzt und lassen sich gegenseitig wissen, wo es die Big Five zu sehen gibt. Hier sass ein Orang Utan auf einer Palme.

Wegen des kleinen Autounfalls waren wir etwas spät dran und brachten die ganze Planung der Sukau Greenview Lodge durcheinander. Wir erhielten im Hauptgebäude der Lodge Instruktionen wie alles funktioniert, wann wir wo sein müssen und was wir besser bleiben lassen sollen (z.B. zu nahe ans Ufer gehen, wegen der Krokodile). Sie drückten uns den Schlüssel unserer Lodge in die Hand, wir konnten kurz das Gepäck abladen und mussten schon für die erste Wildtier-Safari vom Boot aus antreten. Ich hatte kaum Zeit, mich kurz umzuziehen. Am Anlegesteg der Boote wurden wir mit Schwimmwesten ausgerüstet. Sie riefen die einzelnen Namen auf, teilten uns in Gruppen ein und wir erhielten einen Guide zugewiesen, mit dem wir aufs Boot steigen konnten. Es waren gut über 80 Leute, die so auf den Booten verteilt wurden.

Das Pech verfolgte mich an diesem Tag weiter: In der Mitte des Kinabatangan gab der Aussenbordmotor den Geist auf und wir mussten von einem anderen Boot “gerettet” werden. Mitten im Fluss banden die Bootsführer ihre Boote zusammen und wir kletterten auf das andere Boot. Zum Glück hatte es noch einige freie Sitzplätze für uns. Belohnt wurden wir mit der Sichtung einer Herde Borneo-Zwergelefanten. Dutzende Boote versuchten alle zu den Elefanten zu gelangen. Reihum durfte jeder auf unserem Boot nach vorne gehen, kurz die Elefanten gucken und fotografieren undwieder zurück, so dass der nächste nach vorne konnte…

Boote versuchten in dem schmalen Seitenarm des Kinabatangans näher an die Elefanten ranzufahren oder zu wenden, während neue Boote von hinten dazustiessen. Mitten in dem ganzen Boots-Chaos tauchten dann auch noch die Wildhüter in ihrem polizeiboot-ähnlichen Gefährt auf, um zu kontrollieren ob auch ja niemand die Abstandsvorschriften zu den Elefanten verletzt. An dem Nachmittag sahen wir auch Nashornvögel und von weit weg einen Orangutan.

Zurück in der Lodge wartete das Abendessen auf uns. Die Schlacht am Buffet ging los. Knapp hundert Leute mussten vor der nächtlichen Bootsfahrt gefüttert werden. Leider fiel unsere Nachtwanderung im Dschungel wegen der Elefanten aus. Diese hielten sich in der Nähe der Lodge auf und hatten viele Jungtiere dabei, was sie sehr gefährlich machte. Erst nach der nächtlichen Bootsfahrt hatte ich Zeit zu duschen und mein Gepäck zu ordnen. Dafür sahen wir Krokodile, schlafende Eisvögel, jagende Schlangen…

Die Sukau Greenview Lodge ist sehr schön. Sie liegt direkt am Kinabatangan. Im Restaurant geniesst man die Aussicht auf den Fluss, auf den Zimmern (also in den kleinen Hüttchen) die Aussicht in den Dschungel. Ich sah einige Tiere direkt von meiner Lodge aus. Sie war gross und geräumig, mit Klimaanlage und heisser Dusche ausgestatt, bequemer Sitzgelgenheiten und einer grossen Ladung Wasserflaschen. Die Angestellten sind alle sehr nett und ihre Guides haben ein grosses Wissen über den Urwald, die Flora und Fauna. Das Essen war gut, mit einer grossen Auswahl zum Früchstück, Mittagessen und Abendessen. Tagsüber konnte man sich kostenlos Kaffee, Tee oder Saft einschenken und es gab kleine Snacks. Diese mussten wir oft gegen Affen verteidigen, die selber auf der Suche nach einem kleinen Snack waren. 

Kinabatangan Sabah Borneo Malaysia

Morgennebel über dem Kinabatangan. Wer Tiere sehen will, muss früh aufstehen. Sehr früh.

Das Tagesprogramm war streng durchgetaktet. Die Wildtier-Safaris am Morgen gingen schon um 6 Uhr in der Früh los, vor dem Frühstück. Die nächtlichen Bootsfahrten starteten nach dem Abendessen um 20 Uhr. Tagsüber fanden kulturelle Veranstaltungen statt, oder es gab Dschungel-Spaziergänge oder aber Nachmittags-Bootssafaris. Ich fühlte mich etwas gestresst und hätte gerne mehr Zeit gehabt, mal eigentständig etwas durch Sukau zu wandern. Wir wurden aber angewiesen, uns vom Flussufer fernzuhalten. Die Schweinepest hatte die Anzahl Wildschweine in der Region drastisch reduziert. Die Krokodile haben dadurch ihrer Hauptnahrungsquellen verloren. Krokodile sind aber schlau: Schnell stellten sie fest, dass Hunde auch gut schmecken und einfach zu jagen sind. Hunde rennen aber nicht im Dschungel rum, sondern halten sich in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf. Und so kam es zu mehr Unfällen mit Krokodilen, denn diese schnappen auch nach Menschen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Auch wurde uns davon abgeraten, im Dunkeln ausserhalb der Hotelanlage unterwegs zu sein. Elefanten mit Jungtieren auf Futtersuche nähern sich Siedlungen. Man möchte ihnen weder tagsüber noch nachts zu nahe treten.

Die Aktivitäten - Was kann man erwarten?

Es gibt einen Grund, warum so viele Leute nach Sukau reisen: die Tierwelt! Man wird Tiere sehen. Jede Menge! Und man ist nicht alleine dabei. Es kommt natürlich auf das Angebot an, das man gebucht hat. Die Reiseveranstalter bieten aber alle mehr oder weniger die gleichen Aktivitäten an. Die meisten Leute kommen wegen der “Borneo Big Five” (Orangutans, Elefanten, Nasenaffen, Nashornvögel und Krokodile). Es gibt aber auch viele andere Tiere zu sehen, etwa Flughörnchen, Schlangen, andere Vogelarten oder Affen. Die Tiere sind früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang am aktivsten. So gibt es Bootsfahrten früh morgens oder am späten Nachmittag. Aber auch nachts gibt es einiges zu sehen und so fahren die Boote auch im Dunkeln auf den Kinabatangan raus. Dschungel-Spaziergänge finde tagsüber aber auch nachts statt. Leider konnte ich in Sukau nicht an einem Nachtspaziergang teilnehmen, weil die Elfefanten mit Jungtieren in der Nähe der Lodge unterwegs waren. Das war zu gefährlich.

Bootsfahren - am Tag und in der Nacht

Orang Utan Kinabatangan Sabah Sukau Borneo

Es war ein emotionaler Moment, diesen jungen Orangutan in freier Wildbahn zu sehen, einer der letzten seiner Art.

Man sitzt gemütlich im Boot und der Bootsfahrer bringt einem bequem zu den Tieren. Die Guides teilen ihr Wissen über Flora und Fauna mit den Gästen. Sie wissen ganz genau, wo die Tiere fressen und schlafen. Auch sind sie untereinander gut organisiert: Sobald einer etwas Interessantes entdeckt, gibt er den anderen Bescheid. So kommt es schnell mal vor, dass dutzende, wenn nicht hunderte Boot all zum gleichen Ort eilen. Ich fand es etwas kommerziell. Auf der anderen Seite wurden dank des Wildtier-Tourismus neue Gesetze erlassen, die die Tiere schützen oder dafür sorgen, dass Plantangen renaturiert werden. So wurden in den letzten Jahren grosse Flächen, die einst Monokulturen waren, wieder aufgeforstet und Wildtier-Korridore geschaffen. Die Einheimischen - die sogenannten “river people” (zu deutsch “Menschen des Flusses”) - sind aktiv in diese Naturschutzmassnahmen involviert. Der Wildtier-Tourismus hat neue Jobs geschaffen, anstelle der schlecht bezahlten, körperlich harten Arbeit auf den Plantagen.

Es gibt keine Gewähr, die “Borneo Big Five” auch alle zu sehen. Aber einige davon wird man sicher sehen. Wir hatten Glück und sahen alle, die Elefanten zwar nur ganz weit weg, dafür sahen wir aber jede Menge andere grosse und kleine Tiere. Mein Guide Bruno war sehr engagiert und erzählte und erklärte uns viel über den Dschungel und seine Tiere.

Jeder möchte ganz vorne im Boot sitzen. Zugegeben, man hat ganz vorne im Boot einen guten Platz für Fotos doch drehen die Bootsführer die Boote auch gerne mal, so dass alle einen guten Blick erhaschen können. Ganz hinten im Boot zu sitzen, hat den Vorteil, dass man nahe beim Guide ist, ihn gut hört und gut Fragen stellen kann.

Wenn es extrem stark regnet, können die Bootsfahrten auch mal ausfallen oder verschoben werden. Auch die Tiere mögen es nicht, wenn es schüttet wie aus Kübeln und verstecken sich dann. Wir hatten aber Glück und hatten nur einmal bei einer nächtlichen Bootsfahrt leichten Regen. Wir sahen schlafende Vögel, jagende Schlangen und Krokodile.

Es ist nicht nötig, extra eine Taschenlampe auf die nächtlichen Bootsfahrten mitzunehmen. Die Guides haben gute Lampen dabei, mit denen sie die Tiere anleuchten. Es war eher störend, wenn andere Gäste mit ihren Lampen ziellos in der Gegend rumleuchteten. Die Guides wissen ganz genau, wonach sie suchen müssen und sehen die Tiere lange vor allen anderen. Am besten lehnt man sich einfach zurück, geniesst es und macht Fotos.

Die Dschungel-Spaziergänge

Es gibt Pfade direkt hinter der Lodge. Wir fuhren aber mit dem Boot auf die andere Seite des Flusses. Gummistiefel wurden uns zur Verfügung gestellt. Es war wirklich sehr schlammig und nass und es ist besser, wenn man diese Gummistiefel anzieht, statt der eigenen Wanderschuhe. Das Klima in Sukau ist deutlich nasser und feuchter als in Lamag. Unser Guide Bruno zeigte uns, wie man im Dschungel Trinkwasser aus Wurzeln und Ästen finden und sammeln konnte, wie man Seife aus Blättern herstellt, welche Pflanzen als Medizin verwendet werden können und welche Pflanzen und Tiere giftig sind. Er liess uns alles, was sicher war, berühren, riechen und probieren. Wir erfuhren, dass Krokodile bis zu 35 km/h an Land rennen und gut 3 m hoch springen können. Er erzählte uns, wie er im Naturschutz involviert ist und bei der Rettung von gestrandeten Orangutans mithalf.

Kulturelle Veranstaltungen

In der Orang Sungai Gallery erfuhren wir mehr über die Lebensweise und Kultur der Einheimischen in Sukau. Die “Orang Sungai” - was übersetzt so viel wie “Menschen des Flusses” bedeutet - sind ein indigenes Volk, das in Sabah lebt. Verschiedene Gemeinschaften der Orang Sungai leben entlang des Kinabatangs und anderen Flüssen in Sabah, etwa Labuk, Kudat, Pitas und Lahad Datu. Tausende von Jahren lebten die Orang Sungai im und vom Regenwald, wo sie Nahrung, Medizin und Güter des alltäglichen Bedarfs fanden. Der Name “Orang Sungai” wurde durch die britischen Kolonialisten geprägt, welche diesen Gemeinschaften an den Ufern der Flüsse in Sabah diesen Namen gaben. Sie selber benutzen aber ihren jeweiligen Stammesnahmen. Ursprünglich waren die Orang Sungai Jäger, Fischer und Holzfäller, später Bauern. Jetzt arbeiten sie mehr und mehr im Touristmussektor, sei es in der Hotellerie oder als Bootsführer oder Guides, oder aber im Naturschutz, als Ranger oder in Forschungsprojekten.

Von den Orang Sungai selber erfuhren wir viel über ihr früheres, traditionelles, aber auch über ihr modernes, heutiges Leben. Tausende von Jahren nutzten sie Macheten und Blasrohre (sogenannte “Sumpit”) für die Fortbewegung und die Jagd im Dschungel. Auch wenn die Orang Sungai heute ein modernes Leben pflegen, sind viele noch in der Lage, Blasrohe zu bauen und zu nutzen. Unser Guide Bruno erzählte uns, wie er als Kind und Jugendlicher mit seiner Machete im Lendenschurz im Regenwald unterwegs war. Unser anderer Guide Ivy spielte Musik auf einem traditionellen Musikinstrument für uns.

Was sollte man mitbringen?

Sukau ist “zivilisiert”, ein Dorf mit (teilweise) befestigten Strassen, Bootsanlegestellen und Hotels mit normalen Zimmern. Man muss sich also nicht ausrüsten, wie wenn man in ein Dschungel-Camp geht (also Matte, Schlafsack etc.). Für die Bootsfahrten braucht man keine spezielle Kleidung oder Ausrüstung. Angemessene Kleidung für leichte Outdoor-Aktivitäten reicht aus. Hier ist meine Liste, was man dabei haben sollte, um einen angenehmen Aufenthalt in Sukau zu haben:

  • Lange Kleidung aus atmungsaktiven Materialien, wie Leine, Baumwolle, Viskose oder Seide. Am Unteren Kinabatangan ist es heiss und feucht. Mit synthetischer Kleidung schwitzt man höllisch und sie riecht schnell unangenehm. Lange Ärmel und lange Hosen schützen die Haut vor der heissen tropischen Sonne am Tag und vor Moskitostichen in der Nacht (aber auch tagsüber). Auch hält sie Blutegel vom Ansaugen ab. Auf den Booten gibt es keinen Schatten, weshalb man sich mit langer Kleidung schützen sollte.

  • Hut und Sonnenbrille. Wie oben erwähnt, hat es keinen Schatten auf dem Boot, weshalb man den Kopf mit einem Hut schützen sollte. Ein wasserabweisender Hut schützt auch bei Regenschauern.

  • Sonnencrème. Alle Körperstellen, die man nicht mit Stoff bedecken kann, unbedingt mit Sonnencrème schützen. 

  • Mückenspray. Die Moskitos sind gnadenlos, ihre Stiche schmerzhaft, sie sind Tag und Nacht aktiv. Sie finden jede noch so kleine Stelle unbedeckter Haut und stechen zu. Am wirksamsten sind Sprays mit DEET. Die Mücken stechen auch gerne durch Kleidung (ausser sie ist dick genug), deshalb auch immer gleich die Kleidung miteinsprühen.

  • Bequeme Schuhe. Für die Bootsfahrten braucht man keine speziellen Schuhe. Fliflops oder Sandalen sind völlig okay. Auf dem Bootssteg oder im Boot kann es etwas rutschig werden, weshalb rutschfeste Schuhe von Vorteil sind.

  • Socken. Für die Dschungelspaziergänge werden Gummistiefel zur Verfügung gestellt, weil es wirklich sehr nass und schlammig ist im Regenwald. Damit man nicht barfuss Gummstiefel anziehen muss, die vorher schon andere Leute getragen haben, sollte man ein paar Socken dabeihaben.

  • Regenbekleidung. Ich hatte eine richtige Regenjack und -hose dabei, aber so ein Plastikregenschutz reicht völlig aus. Die Sitze auf dem Boot sind oft nass, weshalb eine Regenhose dafür sorgt, dass man nicht mit nassem Hosenboden die Orangutans und Elefanten bewundert. Oder man bringt eine Plastiktüte o.ä. aufs Boot und setzt sich drauf.

  • Regenschirm. Es regnet viel und ein Regenschirm tut gute Dienste, wenn man sich von seiner Lodge zum Restaurant begeben möchte. Auch schützt ein Regenschirm vor der heissen Sonne, wenn nötig.

  • Man braucht keine speziellen Blutegel-Socken. Ich wollte mir ein Paar kaufen, liess es dann aber bleiben. Ich fand nur einmal einen Egel auf meinem Ärmel. Ich kontrollierte einfach regelmässig, ob sich irgendwo ein Egel auf meiner Kleidung befand und bat jemanden, kurz meinen Rücken zu kontrollieren. Kleidung aus festen Stoffen halten die Egel auch davon ab, gleich zuzubeissen.

  • Powerbank. Ich hatte immer und überall eine Powerbank dabei, um mein Telefon, welches ich zum Fotografieren verwendete, jederzeit laden zu können.

  • Taschenlampe. Auch wenn man für die nächtlichen Bootsfahrten keine Lampe braucht, ist es praktisch eine dabei zu haben. Der Strom wird nachts meist abgestellt oder er fällt auch hin und wieder aus. Auch auf den Nachtspaziergängen im Urwald sind sie praktisch, da man damit auf den Boden leuchte kann und so nicht über Wurzeln stolpert. Eine Rotlicht-Funktion ist perfekt, denn das rote Licht zieht keine Insekten an, weisses Licht schon.

Ein paar abschliessende Gedanken

Ich denke mit gemischten Gefühlen an meinen Aufenthalt in Sukau und die Wildtier-Safaris zurück. Der Regenwald und seine tierischen Bewohner werden von vielen Touristen wie Disneyland behandelt. Dank der Boote wird der Urwald extrem leicht zugänglich, die Tiere drängen sich in dem kleinen Streifen Regenwald, der die Ufer des Kinabatang säumt. Man muss sich nicht anstregen und sich eine Weg durch das Dickicht im Urwald bahnen, sondern sitzt bequem im Boot und wird zu den Tieren hingefahren. Wenn man sich Sabah im Satelliten-Modus auf Google Maps anschaut, sieht man, dass Sabah eine riesige Plantage ist. Nur hier und dort gibt es noch vereinzelte Fleckchen Regenwald. Dort kämpfen die Tiere um ihr Überleben. Wenn sie auf der Suche nach Futter in die Plantagen wandern, werden sie als Schädlinge bekämpft, während in Realität die Rodung des Urwalds ihren Lebensraum zerstört. Weil der Lebensraum der Tiere mittlerweilen so klein ist, ist es ein Leichtes, sie zu sehen. Ich war mit Touristen auf dem Boot, die lautstark alles, was nicht die “Big Five” waren als langweilig bezeichneten, sich um die besten Plätze auf dem Boot stritten, nur um Fotos zu machen, die sie dann als Trophäen auf Social Media posteten.  

Auf der anderen Seite rückt der Wildtier-Tourismus den Lebensraum der Tiere und damit die Zerstörung des Urwalds ins Rampenlicht. Der Tourismus bringt der Region und den Menschen, die dort Leben, Arbeit, Geld und Perspektiven. Die Einheimischen finden gute Jobs im Tourismus-Sektor oder im Umweltschutz und der Forschung. Die Guides sind Teil von Forschungsprojekten oder unterstützen die Ranger des Kinabatangan Wildlife Sanctuary tatkräftig bei ihrer Arbeit. Sie zählen die Tiere, entfernen invasive Pflanzenarten, bauen Wildtierkorrdore, retten verletzte oder verwaiste Tiere und bringen sie in die dortigen Auffangstationen. Sie sind aktiv an der Aufforstung ehemaliger Plantagen beteiligt und geben so das Land dem Dschungel und den Tieren zurück. Gesetze zum Schutz der Umwelt wurden in den letzten Jahren erlassen. Das gab mir einen Funken Hoffnung, dass der junge Orangutan, den ich sah, nicht der letzte seiner Art ist und dass seine Nachkommen glücklich in einem intakten Regenwald, der sich über ganz Sabah erstreckt, leben können.  

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