Sabah entdecken - Bohey Dulang, Mantabuan und Sibuan
Wandern und schnorcheln in Sabah, Borneo
Mein Herz klopfte wie wild und mir war so heiss, dass ich dachte, ich werde ohnmächtig. Aber nach einer kleinen Pause und einem Schluck lauwarmem Wasser ging es wieder. Ich setzte den steilen Aufstieg durch den feucht-heissen Dschungel fort. Bald erreichte ich den Gipfel und wurde mit einer atemberaubenden Aussicht über die türkisblaue Lagune und die kleinen Inseln rund um Bohey Dulang belohnt. Diese Aussicht war die ganze Anstrengung und jeden Schweisstropfen wert!
Eine atemberaubende Aussicht über die Lagune belohnt diejenigen, die den 700 m langen Aufstieg durch den heissen Dschungel auf Bohey Dulang auf sich nehmen.
Bohey Dulang, die zweitgrösste Insel im Tun Sakaran Marine Park, ist eine bergige, ca. 353 m hohe Insel, geformt durch die Überrest eines uralten Vulkans. Die Bootsfahrt vom Hafen in Semporna nach Bohey Dulang dauert ungefähr 40 Minuten.
Nach fünf wundervollen Tagen auf Mabul mit Scuba Junkie, verbrachte ich einige Nächte in Semporna im The Firefly Resort, bevor ich nach Sandakan and Sepilok weiterreiste, um Wildtiere am Kinabatangan zu beobachten. Ich musste irgendwie die Zeit totschlagen und so buchte ich einen Tagesausflug nach Bohey Dulang, Mantabuan and Sibuan, um zu wandern und zu schnorcheln. Anfangs war ich etwas skeptisch, da die Unterwasserwelt kaum besser werden konnte als in Sipadan. Ich freute mich aber darauf, auf Bohey Dulang mir die Beine zu vertreten, weil ich die letzten paar Tage praktisch nur auf und im Wasser verbracht hatte. Mit zwei Dutzend chinesischen Touristen auf ein Boot gequetscht, waren meine Erwartungen recht tief. Aber die positive Überraschung wartet auf der Bergspitze Bohey Dulangs und in den Wassern vor Pulau Mantabuan und Pulau Sibuan!
Bohey Dulangs atemberaubende Aussicht
Bohey Dulang, mit seinen einzigartigen lagunen-artigen Formationen, die durch die Flutung eines uralten Vulkankraters mit Meerwasser entstanden, ist ungefähr 313 Hektaren gross und am höchsten Punkt etwa 353 m hoch. Auf Bohey Dulang leben unzählige verschiedene Vogelarten wie etwa Nashornvögel oder seltene Rebhühner, was die Insel zu einem beliebten Ziel für Vogelbeobachtungen macht. Schnorchler finden bunte Korallen und farbige Fische im Meer rund um Bohey Dulang. Es gibt aber bessere Schnorchel-Spots ganz in der Nähe von Bohey Dulang, nämlich vor Mantabuan und Sibuan.
Die Wanderung hoch zur Aussichtsplattform auf Bohey Dulang führt etwa 700 m bergauf und schliesslich 600 m steil bergab über Stock und über Stein. Je nach Fitness-Level dauert der Marsch durch den feucht-heissen Dschungel hoch auf den Berg etwa 30 bis 45 Minuten. Man sollte schon in recht guter körperlicher Verfassung und trittfest sein, will man den Auf- und Abstieg auf den schlammigen und rutschigen Pfaden auf sich nehmen. Gutes Schuhwerk und ausreichend Trinken sind wichtig, ebenso die Verwendung eines Insektenschutzmittels gegen die Moskitos im Dschungel. Es gilt, zahlreiche steile Stufen zu überwinden. Die installierten Sicherheits-Seile sind gerade beim Abstieg eine sehr willkommene Hilfe! Ich war wirklich froh, dass ich meine Wanderschuhe trug. Gummistiefel können beim Besucherzentrum am Anlegesteg von Bohey Dulang gemietet werden.
Wer den Weg auf schlammigen Pfaden hoch zur Aussichtsplattform auf sich nimmt, wird mit einer atemberaubenden Aussicht über Sabahs türkisblaues Meer belohnt!
Wer aber Einsamkeit erwartet, wird enttäuscht werden: Die Wanderung auf Bohey Dulang ist bei Touristen sehr beliebt, weshalb man gerade in der Hochsaison (Juli und August) sicher nicht alleine unterwegs ist. Die meisten Touristen kommen aber aus China und die Chinesen stehen nicht so sehr auf Dschungelwanderungen auf steilen Pfanden. Sie bleiben lieber in der Nähe des Anlegestegs auf Bohey Dulang und schiessen Fotos.
Ich buchte meinen Ausflug nach Bohey Dulang über mein Hotel The Firefly Resort mit Dive Monster. Vor meiner Buchung recherchierte ich verschiedene Tourveranstalter und hatte Dive Monster eigentlich aufgrund der schlechten Googel-Rezensionen aussortiert. Erst nach dem ich bereits über das Hotel gebucht hatte, realisierte ich, dass sie mit Dive Monster zusammenarbeiten. Ich bin einverstanden mit denjenigen Rezensionen, die kritisieren, dass sie nicht wirklich viel zu den Inseln, die besucht werden, erzählen, sondern mehr als Transport-Service von einer Insel zur nächsten operieren. Die Bootsführer und Betreuer waren aber alle sehr nett und das Mittagessen, welches im Preis inbegriffen war, schmeckte gut und war reichhaltig. Da ich immer meine eigene Schnorchelausrüstung dabei habe, kann ich nicht beurteilen, ob die von Dive Monster zur Verfügung gestellte Ausrüstung etwas taugt. Da aber viele Veranstalter die gleiche Tour anbieten, kann man gut auch auf andere Veranstalter ausweichen.
Der Weg hoch zum Aussichtspunkt auf Bohey Dulang (und wieder runter) ist steil und rutschig. Gutes Schuhwerk ist sehr zu empfehlen. Auch sollte man genug Wasser dabei haben, da es im Dschungel wirklich sehr heiss ist.
Die Aussicht auf Bohey Dulang über die türkisblaue Lagune ist all die Strapazen und Mühe wert.
Pulau Mantabuan - Fantastisch zum Schnorcheln
Nach der Wanderung auf Bohey Dulang ging die Tour weiter zur kleinsten Insel im Tun Sakaran Marine Park, nämlich nach Mantabuan. Pulau Mantabuan ist nur knappe 2 km von Bohey Dulang entfernt und lediglich 10 Hektar gross. Die kleine Insel ist Heimat einer kleinen aber freundlichen Gemeinde von Seenomaden, den sogenannten “Bajau Laut”. Unser Boot fuhr aber nicht direkt von Bohey Dulang nach Mantabuan, sondern hielt zuerst auf dem Meer vor der Insel an, wo wir direkt vom Boot aus schnorcheln konnten. Nach der schweisstreibenden Wanderung auf Bohey Dulang war die Abkühlung im Meer sehr willkommen!
Auf Pulau Mantabuan genossen wir unsere Mittagspause, nachdem wir beim Schnorcheln viele farbige Korallen und bunte Fische gesehen hatten.
Wie bereits erwähnt waren meine Erwartungen nicht sehr hoch. Umso mehr war ich überrascht, im Meer vor Mantabuan die schönsten und gesündesten Korallen, die ich je gesehen hatte, anzutreffen! Das Wasser war so flach, dass ich aufpassen musste, die Korallen nicht mit meinen Flossen zu berühren. Die Sicht im kristallklaren Wasser war einfach perfekt und es gab unzählige Korallen in allen Farben, indenen sich tausende veschiedene Fische tummelten. Ich hätte mir gewünscht, länger bleiben zu können oder einen zweiten Schnorchel-Gang zu unternehmen. Es gab so viel zu sehen.
Hier geht es zu einem kurzen Video von der Unterwasserwelt vor Mantabuan und Sibuan.
Wie überall in Südostasien schnorcheln auch Nichtschwimmer, bewaffnet mit Schwimmweste und Rettungsring. Für eine komödiantische Einlage sorgten rund 20 chinesische Touristen - alles Nichtschwimmer - die von der leichten Strömung immer weiter vom Boot weggetrieben wurden und keine Ahnung hatten, wie sie wieder zum Boot zurückkehren sollten. Der Bootsführer gab vom Bug des Motorboots aus eine Schwimmlektion, so dass sie es auch zurück an Bord schaffen.
Trotz des Regens in der Nacht zuvor war die Sicht perfekt.
Das Wasser war so flach, man musste aufpassen, die Korallen nicht zu berühren.
Es gab so viele Meerestiere zu beobachten.
Die Korallen sind gesund und wunderschön mit vielen bunten Fischen.
Wir verbrachten unsere Mittagspause auf Pulau Mantabuan. Nach dem Essen hatten wir die Möglichkeit am Strand zu entspannen oder etwas auf der Insel herumzulaufen.
Ost-Sabah eilte für viele Jahre der Ruf voraus eine Piratenhochburg zu sein und war berühmt-berüchtigt für zahlreiche Entführungen von Touristen oder Fischern. Das Eastern Sabah Security Command (ESSCOM) ist eine malaysische Sicherheitsbehörde, die 2013 gegründet wurde, um die Gewässer und Küsten von Sabah im Osten Malaysias zu überwachen und zu sichern. Sie verhindern seit vielen Jahren erfolgreich Entführungen von Schiffsbesatzungen und Touristen. Die Militärpräsenz in der Region ist entsprechend hoch.
Auf praktisch jeder Insel befindet sich eine Militärstation und man sieht immer wieder die Schnellbote des ESSCOM patroullieren. Sie führen Identitäts-Checks von jedem, der die Inseln betritt, durch. Ich musste eine Kopie meines Passes einreichen, als ich die Tour buchte. Und sie kontrollieren wirklich. Als ich bei einem Checkpoint auf Mantabuan vorbeiging, sprachen mich die Soldaten an. Da ich die (sichtbar) einzige Schweizerin war, wussten sie auch schon nach wenigen Sekunden meinen Namen. Aber keine Sorgen: Die Soldaten sind alle sehr freundlich und da zum Schutz der Touristen. Man kann gut mit ihnen plaudern und fragen, wo man überall hingehen darf und wo nicht. Es ist aber absolut verboten, die Militärs und die Militärstationen zu fotografieren.
Pualu Sibuan - ein tropischer Traum
Nach unserer kurzen Mittagspause auf Pulau Mantabuan ging die Tour weiter nach Pulau Sibuan. Zuerst hielten wir kurz auf der Insel an, um Fotos zu schiessen. Pulau Sibuan ist eine flache sandige Insel, nur ca. 2 m über Meer, welche sich auf einem Korallenriff gebildet hat. Im Süden erstreckt sich eine lange weisse Sandbank ins türkisblaue Meer, welche bei Flut komplett unter Wasser ist. Wie überall in Südostasien sind die Strände voll mit Plastikmüll, so auch in Sibuan. Ich bereute es, nicht einen Müllsack mitgenommen zu haben, um wenigstens etwas von dem Plastikmüll zusammeln, der diesen wunderschönen Ort verschmutzt.
Eine lange weisse Sandbank erstreckt sich ins türkisblaue Meer hinaus.
Das Wasser rund um Sibuan ist kristallklar mit vielen bunten Fischen.
In den Wassern vor Sibuan konnten wir nochmal schnorcheln. Die Korallen dort sind nicht so schön wie vor Mantabuan, dafür gibt es aber umso mehr Fische aller Art. Unsere Guides fütterten die Fische. Ich persönlich stehe dem Anfüttern von Fischen kritisch gegenüber und denke, es wäre gar nicht nötig gewesen. Es hätte auch ohne Fütterung genügend Fische gehabt.
Nach dieser letzten Gelegenheit zum Schnorcheln fuhr das Boot zurück nach Semporna. Auf dem Rückweg erhielten wir ein Badetuch von Dive Monster, damit wir uns für die Rückfahrt in unsere Hotels und Resorts gut abtrocknen konnten.
Das Wichtigste in Kürze
Ich buchte diese Tour über mein Hotel The Firefly Resort, welches etwas ausserhalb von Semporna in einer alten Palmölplantage liegt. Ich kann dieses Hotel allen, die nicht unbedingt im Zentum von Semporna bleiben wollen, wärmstens empfehlen. Semporna ist nicht gerade die schönste Stadt. Das The Firefly Resort betreibt einen kostenlosen Shuttle ins Zentrum und zum Hafen von Semporna. Die Zimmer sind schön, sauber und geräumig und liegen in einem hübschen Garten. Im grossen Restaurant gibt es eine gute Auswahl an verschiedenen Gerichten, welche aber eher auf den Geschmack asiatischer (insbesondere) chinesischer Touristen ausgerichtet sind.
Ich buchte meine Insel-Hopping-Tour übers Hotel mit Dive Monster. Die Google-Rezensionen von Dive Monster sind nicht die besten, aber mir hat die Tour gefallen und ich kam voll auf meine Kosten mit Wandern und Schnorcheln. Es gibt auch jede Menge anderer Tourveranstalter, die die gleiche Tour im Angebot haben. Im Preis von Dive Monster inbegriffen ist der Transport zu den Inseln, die Schnorchelausrüstung, Wasser, Mittagessen und ein Badetuch (nicht zum Mitnehmen), um sich am Ende abzutrocknen.
Was sollte man dabei haben?
Nachfolgend eine kleine Packliste für die Insel-Hopping-Tour von Semporna nach Bohey Dulang, Mantabuan und Sibuan:
Badebekleidung: Als Schutz vor Riffverletzungen, Quallen, der tropischen Sonne und Respekt vor den Einheimischen, ist das Tragen eines Rashguards oder eines dünnen Neoprenanzuges zu empfehen..
Sonnencreme: Unbedingt nur korallenfreundlichen Sonnenschutz verwenden (wenn überhaupt)
Hut und Sonnenbrille: Die Sonne brennt gnadenlos auf die kleinen Inseln und das Wasser, weshalb man sich mit Hut und Sonnenbrille schützen sollte. Das Tragen langer Kleidung schützt die Haut vor UV-Strahlung.
Gute Wander- oder Turnschuhe für die Wanderung zum Aussichtspunkt auf Bohey Dulang.
Mückenspray: Im Dschungel auf Bohey Dulang hat es Moskitos.
Persönliche Schnorchelausrüstung: Schnorchelmaske und Schnorchel werden i.d.R. von den Tourveranstaltern gestellt. Die eigene Ausrüstung hat aber den Vorteil, dass man weiss, dass sie passt. Flossen werden nicht zur Verfügung gestellt.
Snacks, wenn man leicht hungrig wird zwischendurch. Wasser ist auf den Booten eigentlich immer verfügbar.
Badetuch, zum sich Abtrocknen.
Strandschuhe, Flipflops, Schlappen, für auf dem Boot.
Unterwasserkamera/GoPro: Die Korallen und Fische sind zu schön, um nicht fotografiert zu werden.
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