Sabah entdecken - Schnorcheln in Sipadan

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School of fish at Sipadan, Sabah, Borneo, Malaysia

Das Wasser war kristallklar, fast wie in einem frisch geputzten Aquarium. Die Sicht war perfekt und das Korallenriff voller Leben: Ich sah Meeresschildkröten, riesige Schwärme von Stachelmakrelen, Barrakudas, Riff-Haie, Rochen, Büffelkopf-Papageienfische, unzählige kleine bunte Fische, farbenfrohe Hart- und Weichkorallen, Gorgonien und Schwämme.

Das Meer rund um Sipadan, einer kleinen malaysischen Koralleninsel in der Celebessee, gehört zu einer der schönsten Tauchdestinationen der Welt. Sie liegt im Meeresschutzgebiet “Sipadan Island Park” in Sabah, Borneo und ist Heimat von über 400 verschiedener Meerestiere und hunderter Arten von Hart- und Weichkorallen. Bereits 1933 wurde Sipadan zum Vogelschutzgebiet erklärt. Mit der Zeit wurde Sipadan immer beliebter bei Tauchern, so dass 1984 das erste Resort auf der Insel öffnete. Weitere Hotels kamen dazu. Im Jahr 2004 erklärte die malaysische Regierung Sipadan zum Meeresschutzgebiet und alle Hotels und Resorts auf der Insel mussten schliessen. Heute ist das Schutzgebiet über 16’860 Hektar gross.

Sipadan - Meeresschutzgebiet

Immer auf der Suche nach den besten Schnorchel-Destinationen, verbrachte ich ein paar Wochen auf den Perhentian Islands in Malaysia. Ameer vom Fauna Beach Chalet auf Perhentian Besar, über den ich ein paar Schnorcheltouren buchte, empfahl mir Sabah, Borneo. Bei meiner Recherche zu Sabah stiess ich auf Sipadan, als eine der schönsten Tauch- und Schnorchel-Destinationen der Welt. Die Insel ist der Gipfel eines erloschenen Vulkans, der 600 bis über 2.000 Meter steil zum Meeresboden abfällt.

Wegen ihrer einzigartigen Topographie und hohen Biodiversität ist die Insel Sipadan eine der beliebtesten Tauch- und Schnorcheldestinationen der Welt. Auf Sipadan selber kann man nicht übernachten oder längere Zeit bleiben, weil die Insel mitten im einem Meeresschutzgebiet liegt, wo es nicht erlaubt ist, permanente Infrastruktur zu erstellen. Die nächsten Inseln in der Nähe von Sipadan mit Hotels und Resorts sind entweder Kapalai oder Mabul, oder aber die Hafenstadt Semporna. Wer um Sipadan herum schnorcheln oder tauchen will, braucht eine Bewiligung. Im Jahr 2026 waren die Bewilligungen auf 254 Eintritte täglich beschränkt. Mit jeder Bewilligung sind drei Tauchgänge am Tag möglich. Auf der offiziellen Website von Sipadan kann man die aktuellen Bewilligungszahlen und die Voraussetzungen für deren Erhalt abrufen. Üblicherweise helfen Hotels und Resorts mit der Organisation der Bewilligungen bzw. sie organisieren alles von A-Z, von der Übernachtung, über den Boottransfer zur Insel bis hin zur Bewilligung und der benötigten Ausrüstung. Die Plätze sind schnell ausgebucht, weshalb man unbedingt früh genug buchen sollte. Als ich auf Mabul war, kriegte ich mit, wie einige Leute spontan in Sipadan schnorcheln oder tauchen wollten, aber keine Bewilligung mehr erhielten.

Wie kommt man nach Sipadan?

Weil es auf Sipadan keine Hotels gibt, nächtigte ich auf der kleinen Insel Mabul, im Mabul Beach Resort, welches von Scuba Junkie betrieben wird.

Ausgangspunkt für jeden Schnorchel- oder Tauch-Trip nach Sipadan ist die Hafenstadt Semporna an der Südostküste Sabahs. Von Kuala Lumpur - Malaysias Hauptstadt - aus, gibt es Direktflüge nach Tawau, dem nächstgelegenen Flughafen von Semporna. Aus der Schweiz kommend, flog ich von Zürich via Singapur nach Kuala Lumpur und von dort mit einem Inlandflug weiter nach Tawau. Von Tawau bis Semporna sind es etwa zwei Stunden Autofahrt. Von Semporna bis Sipadan dauert es nochmals eine gute Stunde per Boot, je nach Wetter und Seegang. Da Semporna selber überhaupt nicht sehenswert ist, nächtigen viele Besucher entweder auf Mabul oder auf Kapalai, die beide ca. 1 Stunde von Semporna entfernt sind. Von Mabul oder Kapalai aus, dauert es ca. 30 bis 45 min bis nach Sipadan.

Ich verbrachte 5 Tage auf Mabul. Sipadan ist nicht der einzige Tauch- und Schnorchel-Spot in der Region. Auch rund um Mabul, Kapalai oder Si Amil kann man hervorragend schnorcheln und tauchen. Leider hatte ich Pech und die Sicht war gar nicht gut, als ich um Kapalai und Mabul schnorchelte. Trotzdem sah ich unzählige Meereschildkröten rund um Kapalai. Sipadan ist aber eine ganz andere Liga: Es war, als würde man in einem Aquarium schwimmen! Eine Schildkröte kam so nahe, dass es fast zum Zusammenstoss kam. Ich sah riesige Schwärme mit Stachelmakarelen, den berühmten Barrakuda-Tornado, Büffelkopf-Papageienfische, unzählige gesunde Korallen und viele kleine bunte Fische.

Warum ich Scuba Junkie auf Mabul wählte

Schorcheln oder Tauchen in Sipadan ist nicht billig! Man muss verschiedene Flüge, Taxifahrten und Boot-Transfers machen, um überhaupt nach Sipadan zu gelangen. Da die Anreise so lange dauert, muss man irgendwo unterwegs übernachten, entweder in Semporna, auf Mabul oder Kapalai. Semporna selber ist dreckig, verschmutzt und chaotisch, also kein schöner Ort, um länger zu verweilen, gerade als alleinreisende Frau. Ich fühle mich bei meinen Reisen selten unsicher, aber in Semporna war mir nicht sehr wohl. Mabul oder Kapalai sind deutlich schöner, sauberer und sicherer, aber auch teurer. Und wie bereits erwähnt: Man braucht eine Bewilligung für Sipadan, die auch nicht ganz billig ist. Dazu kommt noch die Miete von Ausrüstung, wenn man sie selber nicht mitbringt.

Scuba Junkie wurde 2004 gegründet und etablierte sich seither zu Asiens führendem nachhaltigem Tauchanbieter. Scuba Junkie bietet nicht nur faire Preise und zahlreiche interessante Schnorchel- und Tauch-Pakete, sondern führt auch die NGO Scuba Junkie S.E.A.S., die sich für den Schutz von Meeresbewohnern wie etwa Schildkröten oder Wale einsetzt und sich bemüht, das Plastikproblem Südostasiens aktiv zu bekämpfen. Sie unterstützen auch die Bajau Laut - sogenannte “Seenomaden” - eine eingeborene, auf dem Meer lebende ethnische Gruppe in Südostasien, die von systematischer Diskriminierung aufgrund Staatenlosigkeit und Umweltproblemen besonders betroffen sind.

Ich buchte das 4D/3N-Package von Scuba Junkie für Schnorchler, inklusive Unterkunft im Mabul Beach Resort, Mahlzeiten und Schnorcheln in Mabul, Kapalai und zwei Mal Sipadan. Ich war sehr zufrieden mit den Leistungen von Scuba Junkie: Sie sind super organisiert und man kriegt etwas geboten fürs Geld. Es war ein richtiges Workout! An manchen Tag musste ich um 6 Uhr in der Früh fertig mit Schnorchelausrüstung auf dem Boot sein. Geschnorchelt oder getaucht wurde dann zwei Mal am Morgen und nach dem Mittagessen ein weiteres Mal. Tagsüber war ich so beschäftigt, dass ich es nicht einmal schaffte, auf die andere Seite von Mabul zu spazieren. Für diejenige, die sehr früh los müssen, gibt es ab 5 Uhr ein kleines Frühstück. Das normale Frühstück, welches später serviert wird, ist reichhaltiger. Auf dem Boot gibt es immer Snacks, Kaffee, Tee und Wasser. Die Zimmer sind geräumig und sauber. Da Scuba Junkie auch eine Station zur Rehabilitation von Meeresschildkröten betreibt, kann man mit etwas Glück zuschauen, wie sie Baby-Schildkröten ins Meer entlassen. Leider verpasste ich es. Wer Lust hat, kann mithelfen, den Strand von Plastikmüll zu befreien. Auch unterstützten sie die Bajau Laut, welche gleich im Dorf neben dem Mabul Beach Resort wohnen. Sie verschaffen ihnen Arbeit und sorgen dafür, dass die Kinder einen gewissen Grad an Bildung erhalten.

Lohnt sich die weite Reise nach Sipadan?

Die kurze Antwort: Ja, absolut! Die Korallen rund um Sipadan sind gesund und voller Leben. Man sieht unzählige verschiedene grosse und kleine Meeresbewohner. Die Sicht war perfekt, als ich in Sipadan schnorchelte, ich konnten aber nicht überall durchschwimmen, weil die Drückerfische Brutzeit hatten. Das wäre zu gefährlich gewesen. Auch schwimmen die Guides immer voraus und warnen rechtzeitig vor Gefahren.

Bei der Ankunft auf Sipadan muss man sich zuerst bei der Parkaufsicht registrieren. Dazu braucht man eine ID, den Reisepass oder ein Foto davon auf dem Handy. Da es auf Sipadan auch eine Militärstation gibt, ist es nicht möglich, auf der ganze Insel herumzuspazieren. Besucher können sich rund um das Besucherzentrum herum frei bewegen. Dort gibt es ein Picknick-Areal, Duschen und WCs. Da die Besucherzahl begrenzt ist, wird es auf der kleinen Insel nie überfüllt. Wir schnorchelten und tauchten jeweils zwei Mal für eine Stunde. Es gibt viele chinesische Touristen, die nur für ein paar Social Media Bilder nach Sipadan reisen. Am Strand übten sie in verschiedenen Kostümen ihre Posen und brachten ihre eigenen Kameraleute und Fotografen mit. Auch streiten sie sich gerne unter Wasser, wer zuerst Aufnahmen im Barrakuda-Tornado machen darf. Sie verschwinden aber schnell wieder, sobald sie ihre Bilder haben. Man sei deshalb gewarnt: Die Influencer haben Sipadan leider auch schon entdeckt.

Trotzdem ist Sipadan eine einzigartige Schnorchel- und Tauchdestination, die man mindestens einmal im Leben besucht haben sollte! Starke Meeresströmungen bringen Nährstoffe heran und ziehen gigantische Fischschwärme an. Über 3000 Fischarten und hunderte von Korallenarten leben dort, Mit etwas Glück sieht man Meeresschildkröten, die direkt vor Ort nisten, Weissspitzen-Riffhaie, Hammerhaie und Adlerrochen. Die beste Reise- und Tauchzeit für Sipadan ist von April bis Dezember, wobei die optimalen Bedingungen meist zwischen März und Juni sowie Oktober und November herrschen.

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Fascinating Sabah - Snorkeling in Sipadan

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